Vortragsreihe

VORTRAGSREIHE "UNTERM BRENNGLASL"

 

Die lose Vortragsreihe wurde 2017 als ergänzendes Format der kulturellen Aktivitäten des Bürgervereins Forum Cella Principum e. V. eröffnet. Es geht in dieser Reihe darum, aktuelle Themen im historischen Ambiente der Portenkirche zu präsentieren. Dabei werden solche Vortragstitel ausgewählt, die für die breite Öffentlichkeit von Bedeutung sind.


Den Organisatoren Walter Berchtold und Johann-Bernhard Haversath ist es ein besonderes Anliegen, ein abwechslungsreiches, ansprechendes und zugleich hochkarätiges Programm zu präsentieren. Die jeweiligen Themen sind bewusst weit gestreut und decken ein breites Feld ab, das die Gebiete Kultur, Natur, Gesellschaft mit wechselnden Schwerpunkten in zeitlichen, räumlichen und/oder wirtschaftlichen Zusammenhängen vorstellt.


Als Vortragende werden renommierte Fachleute aus dem näheren und weiteren Umkreis engagiert. Diese haben in der Regel einen beruflichen Bezug zur jeweiligen Thematik und sind durch ihr fachliches Profil als Kenner der Materie ausgewiesen. Wie ein roter Faden zieht sich durch alle Vorträge der Reihe das Bestreben, die komplexen, kontrovers diskutierten und oft schwer zu durchschauenden Themen differenziert und facettenreich darzustellen; einfachen Argumentationsketten soll nicht das Wort geredet werden.


Die Vorträge wenden sich als Zielgruppe an die Bevölkerung von Fürstenzell und den umliegenden Gemeinden. Junge und alte Mitbürger, Kenner und Laien, Spezialisten und Neugierige, kurz: alle Interessierten sind zu den Terminen herzlich eingeladen.


 

7. Katja Dörig: Nepal. Auf den Spuren des Buddhismus im Himalaya. (10.10.2019) 


Bergwanderführerin Katja Döring – praktizierende Buddhistin – ist regelmäßig auf selbstorganisierten Trekkingtouren in verschiedenen Teilen der Erde unterwegs. Seit Jahren ist sie in wiederkehrenden Touren in Nepal und im Ladakh, im Umkreis des zentralafrikanischen Kilimandscharo und in Südamerika per pedes unterwegs. Seit dem großen Erdbeben 2015 hilft sie den Menschen in Nepal mit einem eigenen Hilfsprojekt mit Schwerpunkt im Khumbugebiet. Aufgewachsen im Spessart, ist sie in den Hochgebirgen der Welt zu Hause, sie präsentiert im Vortrag die Besonderheiten Himalayas und seiner Bewohner.

6. Jörg Scheffer (Passau): Digitalisierung als selbstgewählte Einschränkung? Folgen und Risiken unseres vernetzten Alltags. (15.5.2019)


Die Digitalisierung unseres Alltags ist das große Leitthema der Gegenwart. Mit ihm werden positive Entwicklungen wie die Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit, neue Bildungszugänge, ein Wachstum an Effizienz und individuellem Lebenskomfort verknüpft. In der allgemeinen Euphorie um die neuen Chancen gerät jedoch aus dem Blick, was die Inanspruchnahme digitaler Dienste von uns gleichzeitig verlangt. In zahlreichen Alltagssituationen sind wir gezwungen private Daten preiszugeben. Deren ökonomische Verwertung kann unsere Handlungsmöglichkeiten massiv einschränken und die gewonnenen Optionen letztlich ins Gegenteil verkehren.

5. Heinrich Oberreuter (Passau): Demokratie in Gefahr? (2.5.2019)

Das Gefühl, die Demokratie befinde sich nach der Wende 1989/90 auf der ganzen Welt auf einem unerschütterlichen Siegeszug, ist verflogen. Im Gegenteil steht sie vor neuen Herausforderungen, die ihre Wertorientierungen erschüttern und ihre Institutionen angreifen - weltweit, auch in Europa. Vertrauen schwindet, in Verunsicherungen wächst die Attraktivität einfacher und autoritärer Gewissheitsangebote. Was ist dagegen unverzichtbar? Erstaunlich, wie aktuell die Antworten sind, die sich im gerade 70 Jahre alt werdenden Grundgesetz finden.


4. Martin Hille (Regensburg/Passau): 100 Jahre Freistaat Bayern. Metamorphose eines Staatsnamens: Kurt Eisner, der Freistaat Bayern und seine geschichtspolitische Dimension in den letzten 100 Jahren. (7.11.2018)

Als der Revolutionär Kurt Eisner am 8. November 1918 den Freistaat Bayern proklamierte, konnte er noch nicht ahnen, dass diesen ab den 1960er Jahren allein die CSU für sich reklamieren sollte. Auch im Rahmen der Ausstellung der Hanns-Seidel-Stiftung über den Freistaat Bayern im Jahr 1976 fiel der Name Eisner kein einziges Mal. Erst in den letzten Jahren zeichnete sich eine Veränderung des erinnerungspolitischen Diskurses ab, der wiederum in engstem Zusammenhang mit der Neubewertung der historischen Rolle Eisners steht. Vor diesem Hintergrund zeichnet der Vortrag die Metamorphosen der bayerischen Freistaats-Idee sowie ihrer geschichtspolitischen Hintergründe während der letzten 100 Jahre nach.

3. Hubert Bittlmayer (StMELF München): Land- und Forstwirtschaft im Fokus. Heimat Bayern im Blick. (13.6.2018)


Verantwortungsvolle Agrarpolitik ist eine gesamteuropäische Aufgabe und kann nur gemeinschaftlich gelöst werden. Es darf nicht vergessen werden, dass ohne Unterstützung der EU viele Landwirte ihren Betrieb nicht aufrecht erhalten könnten. Agrarpolitik ist fraglos ein Thema, das uns alle angehen muss. Neben ökonomischen und ökologischen Aspekten ist es auch Aufgabe der Agrarpolitik, das Leben auf dem Land lebenswert zu gestalten und den ländlichen Raum als Kulturlandschaft zu erhalten.


2. Johann-Bernhard Haversath (Fürstenzell): Griechenland – Zwischen Göttern und Globalisierung. Was bleibt nach wirtschaftlichem Niedergang und politischem Desaster? Eine geographische Analyse. (9.11.2017)

Nach Jahren der Krise und sich überschlagenden Meldungen über wirtschaftliche und soziale Katastrophen ist ein Ende der Abwärtsspirale nicht in Sicht. Doch es gibt auch andere Bewertungen; das Motto der zeitgenössischen Kunstausstellung „documenta 14“ lautet ‚Von Athen lernen‘. Wenn man solche Anregungen ernst nimmt, die historischen und räumlichen Spezifika des Landes kennt und auch die Menschen ernst nimmt, dann bleibt nach wirtschaftlichem Niedergang und politischen Desaster Vieles, das der genaueren Betrachtung wert ist und Vorbildfunktion hat.

1. Florian Hartleb (Tallinn/Estland): Die Stunde der Populisten. (6.4.2017)


Was ist mit unseren westlichen Demokratien momentan eigentlich los? Ist der US-Präsident Donald Trump ein Vorbote für Europa? Warum schlägt die Stunde der Vereinfacher im Zuge von Flüchtlingskrise, Terrorismus und Brexit derzeit so laut und schrill? Fest steht: Die jüngsten politischen Entwicklungen machen demokratischen Multiplikatoren große Sorgen.

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