Forum Cella Principum informiert

 

FORUM CELLA PRINCIPUM INFORMIERT

 


2017-2021: Die ersten fünf Jahre

Vielfältige Themen, tiefe Einblicke, interessiertes Publikum

 

Die 2017 von Walter Berchtold ins Leben gerufene Vortragsreihe ‚Unterm Brennglasl‘ spiegelt einen Teil der kulturellen Aktivitäten des Bürgervereins Forum Cella Principum e. V.; die Auswahl der Themen erfolgt nach einem klaren Konzept: die Inhalte müssen aktuell sein, die Vortragenden sind Fachleute des jeweiligen Gebiets, die Themenfelder sind breit gestreut, die Präsentationen richten sich an ein interessiertes Publikum.


In der Portenkirche finden jeweils mittwochs um 19 h die Vorträge statt. Die Rednerinnen und Redner unterstreichen und verdeutlichen ihre Aussagen durch Abbildungen, Texte und Grafiken, in der anschließenden Diskussion geht es um offene Fragen, um weitere Differenzierungen oder um kontroverse Einschätzungen. In allen Fällen hat die sachliche Ausrichtung der Beiträge oberste Priorität.


Der erste Vortrag am 6.4.2017: Dr. Florian Hartleb referierte zum Thema ‚Die Stunde der Populisten‘ in der Portenkirche.


Der Vortragsraum mit seinem ansprechenden Ambiente ist immer gut gefüllt – von den Einschränkungen in Pandemie-Zeiten natürlich abgesehen. Die Vortragenden schlagen jeweils ganz unterschiedliche Kapitel auf: mal geht es um Landwirtschaft (s. Liste der Vorträge, Nr. 3), mal um Digitalisierung (Nr. 6), dann wieder um Geschichte (Nr. 4, Nr. 13 oder Nr. 18), um Politik (Nr. 1, Nr. 10 oder Nr. 11), um ferne Länder (Nr. 2, Nr. 7, Nr. 9) oder um Kunst (Nr. 14) und Geographie (Nr. 2, Nr. 12). Dieses weite Themenspektrum, das auch mit Raum und Zeit, Natur und Kultur umschrieben werden kann, wird natürlich für die Zukunft als Kennzeichen bleiben.



Prall gefüllter Vortragsraum: Katja Dörig trug am 10.10.2019 zu ausgewählten Aspekten Nepals vor.


Viele Themen – das lässt schon der Überblick erkennen – regen zur Diskussion und zum Nachdenken an. So sprach am 16.9.2020 (knapp vor dem Corona-Lockdown) der Passauer Politologie Professor Heinrich Oberreuter über Chancen und Probleme der Demokratie, am 30.6.2021 Altlandrat Franz Meyer über ‚Politik in schwierigem Fahrwasser: Zwischen Flüchtlingswelle, Klimawandel und Corona-Pandemie‘. Auch Themen, die in der mitteleuropäischen Wahrnehmung selten vertreten sind, wie z. B. Australiens Umgang mit Bootsflüchtlingen (7.7.2021), enthalten oft mehr Fragen als Antworten.


Da ist es vorteilhaft, wenn auch ganz andere Inhalte zum Zug kommen. ‚Kunst entsteht‘ (8.9.2021) ist so ein Beitrag, der den Zuhörenden die komplizierte und aufwändige ‚Geburt einer Bronze‘ in zahlreichen Einzelschritten zeigt. Ebenso spannend und aufregend ist der Beitrag von Jürgen Eichinger (20.10.2021) über die Arbeit eines Filmemachers im Überschneidungsbereich von Mensch und Natur: mal vom Boden aus aufgenommen, mal aus der Luft, mal unter Wasser. Und weiter: Jedem Fürstenzeller erschließt die Präsentation über die Wasserheilkunde des Johann Schroth (22.9.2021) das tiefere Verständnis für Bad Pilzweg. Diese Fürstenzeller Institution wird mit ihren Wurzeln (im schlesischen Nieder Lindewiese [CZ]) und infolge der authentischen Vortragenden einfach besser verstanden.

Noch ein Beispiel: Der ehemalige Leiter des bischöflichen Archivs in Passau, Dr. Herbert Wurster, trug am 6.10.2021 über Juden in Ostbayern vor: ‚zwischen Integration und Diskriminierung, Verfolgung, Vernichtung‘. Die Ausführungen machten betroffen, die Nachfragen waren zahlreich, die Sache wird weitergedacht.


Die Planung für die Zukunft schließt hier nahtlos an. Zwar können wegen des schwer abschätzbaren Verlaufs der Pandemie noch keine Termine für das Jahr 2022 genannt werden, die Vorbereitungen sind aber sehr konkret und stellen folgendes Programm in Aussicht: Professor Haversath (Fürstenzell) wird über ethnische Auseinandersetzungen in Südost- und Osteuropa vortragen, Patrizia Pappacena (Wien/Fürstenzell) über politische Turbulenzen in Österreich, Prof. Pietrusky (München) über den Landschaftsmaler Johann Kappel, Ingrid Kölbl (Passau) über Ecuador und Dr. Florian Hartleb (Tallinn [EST]) zu ‚Deutschland im Zangengriff der Extreme?‘ Weiterhin zeichnet sich auch ein Beitrag zum wieder zugänglichen Kloster ab – sogar in der Klosterbibliothek selber! Der Kunsthistoriker Prof. Dr. Karl Möseneder wird hierzu mit etlichen Überraschungen aufwarten.

Das Forum Cella Principum freut sich angesichts des fünfjährigen Jubiläums der Reihe einerseits über die rege Nachfrage bei den Zuhörenden, die aus Fürstenzell und seiner Umgebung kommen, und andererseits über Vortragende, die gerne die Einladung nach Fürstenzell annehmen, um ihre Spezialthemen vorzustellen und mit uns zu diskutieren.

– JBH 2022